Hasel

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Schützend und bergend das Leichte leben

 

Haselnussstrauch. Dieses Wort kommt so erfrischend daher gepurzelt wie ein lustiger Kinderreim. Die Aussprache spielt sich in der ganzen Mundhöhle
ab und noch bevor das erste stimmhafte s vollendet ist, sind wir von Kopf bis Fuß voller positiver Assoziationen, bunter Erinnerungen und frischer Energie. Es ist kaum möglich, das Wort Haselnussstrauch laut auszusprechen ohne dabei zu lächeln. Probieren Sie es!


Die Hasel ist eigentlich kein Baum. Doch wenn man vor dem ausgewachsenen Strauch steht, der bis zu 7 m hoch werden kann, seiner kugeligen, angenehmen Form nachspürt, den Duft in sich aufnimmt und dem leisen Rascheln seiner vom
Wind umworbenen Blätter lauscht, kommt man sich dennoch plötzlich vor wie ein staunender Zwerg vor einem atmenden Mysterium. Sofern man diesen neuen Blick auf die Dinge zulassen kann, schält sich hinter der arglosen Maske von
holprigen Schüttelreimen und süßen Leckereien, hinter der sich die Hasel gerne versteckt, langsam eine verschwommene Ahnung heraus, mehr Gefühl als Bild, als stände man vor einem Steg oder Sprungbrett in eine andere, größere Welt....

 

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Entgiftung unterstützen

Wer an einem schönen Frühlingstag einige Knospen, Blüten oder junge Blätter von pflückt und Geschmack wie Wirkung testet, wird vielleicht überrascht
sein: Sie schmecken mild und ein ganz klein wenig nach Tanne. Frische Blätter, zwischen den Händen zerrieben, verströmen einen erfrischenden Duft,

der müde Geister belebt und Frühlingsgefühle lockt. Wer nicht von Allergien geplagt ist, kann sich durch Lupe oder Fotoapparat einmal die männlichen Blütenkätzchen näher anschauen. Es sind kleine „architektonische“ Wunderwerke der Natur. In früheren Zeiten waren sie ein Sinnbild für Schönheit, Reichtum und Fruchtbarkeit. Kein Wunder, bei den Myriaden an Pollenkörnern. Auch
an dieser Stelle zeigt sich, wie sich die Hasel dem prallen Leben zuwendet.
Die weiblichen Blüten, die im Vergleich zu den langen, männlichen Kätzchen klein und unscheinbar sind, erkennt man am besten daran, dass aus dem oberen, leicht geöffneten Teil der Knospe ein kleines, rotes Narbenbüschel herausragt. Ernten Sie
sie für einen Blütenknospentee. Er unterstützt die Leber – das Lebensorgan – und hilft bei Husten.

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Vor unerwünschten Einflüssen schützen

 

Der geheimnisvolle Haselnussbaum – auch Frau Hasel genannt – gehört in jene Zeit, „als das Wünschen noch geholfen hat“. In dem bekannten
Grimmschen Märchen vom Aschenputtel spielt er eine Hauptrolle. Als scheinbar wertloser Zweig, den ein Kaufmann seiner Tochter von einer Geschäftsreise
mit nach Hause bringt, wird die Hasel unvermutet zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Geschichte.


Ein Mädchen, dessen Mutter früh stirbt, erhält von ihr auf dem Sterbebett den Rat, ihr ein Bäumchen aufs Grab zu pflanzen: „Und wenn du etwas wünschst, schüttle daran, so sollst du es haben, und wenn du in Not bist, so will ich dir Hilfe schicken.“ So heißt es in der Urfassung des Märchens.
Die Tochter erbittet sich von ihrem Vater als Mitbringsel von seiner Reise nur den Zweig von einem Baum, der ihm auf seinem Heimweg den Hut vom Kopf stößt. Er schenkt ihr daraufhin ein Haselreis. Damit geht sie zum Grab ihrer Mutter und pflanzt es ein. Mit den Tränen der Trauer begießt sie das Zweiglein, und alsbald wächst es zu einem schönen fruchttragenden Baum heran.

 

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© 2020, Andreas Hase