Apfelbaum

Bescheidener Heiler in unserer Nähe

Steht man im Frühjahr vor der reinen, weißroten Blütenpracht seiner hummelumschwirrten Dolden, so fühlt man leisen Glauben an kommende gute
Tage in sich aufkeimen. In das makellose Weiß der Blüten mischt sich karminrotes Rosenrot, zerläuft dort in einen hauchzarten Rausch der Farben, wie frische Ölfarbe auf der Leinwand. Ungläubig steht man vor diesem Bild aus sanfter Hoffnung, festem Versprechen und zarter Zuversicht, beinahe wie vor einer Offenbarung. Wie der Maler vor seinem Werk.

Steht man dagegen an einem im Nebel zerflossenen Herbsttag vor einem schwer tragenden Apfelbaum, der einem im verschwenderischen Überschwang seine grünroten, runden Früchte fast gedankenlos vor die Füße wirft, weiß man sich in
Sicherheit, fern von Not, Hunger und Gefahr, ja selbst von Lüge, Trug und Hass.


Apfelbaum: Alles an diesem Wort ist rund. Es gleitet so einfach über die Zunge wie der reife, glatte Apfel durch die Hände gleitet, wenn man ihn einem lieben Menschen schenkt. Langsam und achtsam gesprochen, weckt das Wort umgehend
ein Gefühl der Geborgenheit und des tiefen Vertrauens.
Behütetsein: Das Gegenteil von Furcht.  
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Heilkraft: am besten essen – oder trinken

 

Zu 85 % besteht die Frucht aus Wasser, was dann eben auch als köstlich schmeckender Apfelsaft deutlich wird. Der Apfel ist ein idealer Muntermacher.
Es ist wirklich so, wie wir es von unseren Großmüttern gelernt haben: In und knapp unter der Schale stecken die meisten Vitamine. Zwischen fünf und 50 mg Vitamin C sind da Apfel verborgen – alte Apfelsorten wie Boskop oder Glockenapfel sind noch reicher an Vitamin C. Waschen Sie für gesunden Genuss deshalb die Außenhaut der Frucht unter fließendem Wasser und reiben Sie sie 

mit einem Tuch trocken – das entfernt die meisten Schadstoffe. Es ist nicht nun nur das Vitamin C allein, das die Gesundheit erhält, sondern das Zusammen-wirken aller Inhaltsstoffe. Naturheilkundlich arbeitende Ärzte und Heiler wissen das seit jeher.
Besondere Aufmerksamkeit der aktuellen Forschung gilt dem Quercetin, einem sekundären Pflanzenstoff, der die Kraft hat, Viren zu bekämpfen. Außerdem beugt er Grauem Star vor, fördert zusammen mit Glutathion die Entgiftung des Körpers und stärkt auf diese Weise das Immunsystem. Er bindet freie Radikale und schützt vor Herz - Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Obendrein optimiert er die Leistungsfähigkeit des Gehirns und verringert das Risiko an Demenz zu erkranken. Vitamin E, B-Vitamine, Kalium und weitere wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen wirken alle zusammen in diesem
Gesamtheilwerk Apfel. 
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Mythen, Sagen und Kult:
Baum des himmlischen Gartens

 

Der Apfelbaum ist der größte Wunderbaum. Überall, wo er in der Mythologie auftaucht, wird er mit der Liebe und der Unsterblichkeit des Lebens verbunden.
Neben dem guten Geschmack seiner Früchte hat dies vor allem mit seinen Farben zu tun. Äpfel leuchten golden an den Zweigen, ganz wie die „güldene“ Sonne zur Mittagszeit. Gleichzeitig haben sie rote Wangen und rund sind sie noch
zudem. Was lag näher, als ihr Aussehen mit dem unseres Zentralgestirnes zu vergleichen: das Rot mit den Farben seines Auf- und Untergangs, das
Gelb mit der strahlenden Mittagssonne. Äpfel sind, mythologisch gesehen, Miniatursonnen, die an Zweigen wachsen und Frohsinn verströmen, denn
eine betrübte Sonne ist schlechterdings nicht vorstellbar. Die Sonne lacht vom Himmel, wie der Apfel vom Baum herunterstrahlt. Dass die Sonne unermüdlich auf- und untergeht und aus der Nacht erfrischt an den Himmel zurückkehrt, machte sie schon früh zu einem Sinnbild des ewig wiederkehrenden Lebenskreislaufs:

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© 2020, Andreas Hase